[RPG] Aufbruch

Leise rieselt der Sand. Beinahe streichelnd fällt er hinab. Oben jubelt der Pöbel, doch noch lauter jubelt der Adel. Verschieden sind Fürst und Gesetz. Was wollte ich nicht alles erreichen, doch nun ist alles dahin, … obwohl ich noch lebe. Doch bald wird die Luft schwinden und mein Leben verscheiden, im Dunkel versiegen, in dieser Enge vergehen.

Hätte Enthaupten nicht dem Zwecke gedient? War selbst das Beil nach allem zu gut? Habe ich wahrlich keine Gnade verdient?

Grausam waren die Zeiten schon immer; grausam herrschte auch ich. Menschen dienten dem Zwecke, nicht besser als Tiere und Flöhe. Ich sprach, und sie sprangen und wenn sie nicht sprangen, dann gab es nur mich und verloren war ihrer Leben. Ich war nicht nur Fürst, ich war Gott!

Doch nun liege ich hier und scheide dahin. Scheide dahin auf viel zu engem Raume. Von Fichte umgeben, in Polster gebettet, fliegt mein Leben vorbei - während der Sand weiterhin rieselt. Die Luft wird knapp, die Blindheit versagt und selbst im Dunkel erkenne ich auf einmal Licht. Doch den Pfad, der meiner bestimmt, sehe ich nicht. Noch immer nicht. Kann mir denn niemand meinen Weg weisen?!?

Die Luft wird knapper, das Licht wird heller, die Farben greller und mein Leben flackert am Himmel dahin. Ein Gewitter zieht auf. Erinnerungen strömen herab und Blitze entfachen meinen Willen: So darf es nicht enden! Und tatsächlich, ein Funken genügt und schon erwacht meine Feder. Ich beginne zu schreiben, Letter für Letter und Wort für Wort bilden sich langsam Sätze. Schreibflächen gehen langsam zur Neige und so beginne ich wieder von vorn. Span für Span schreibe ich mein Gefängnis hinfort und plötzlich stürzt Erde auf mich herab. Ich schlucke und würge, spucke und wühle und immer wieder stürzt Erde herab, ich kann meinem Sarg nicht entkommen.

Der Funke vergeht und mein Wille versiegt, ich füge mich meinem Schicksal ergeben. Mein Leben währt ohnehin schon zu lange, habe ich es überhaupt verdient?
Nein, so darf es nicht enden, noch ist Schuld zu sühnen und Verrat zu begleichen!
Ein letztes Mal greife ich nach mein meiner zerschundenen Feder, flüstere Zauber und stoße die Feder durchs Erdreich nach oben: Geschafft, befreit, meinem Sarg wäre ich endlich entkommen! Und doch, noch binden mich Zauber an diesen unseligen Ort, eine Flucht scheint unmöglich und meine Zauber nun endlich braucht …

/RPG off
Jetzt hoffe ich einfach mal darauf, dass mich jemand im Herbst/Winter endgültig erlöst, damit eine spaßige RPG-Runde begonnen werden kann. Schreiberlinge bitte vortreten und per PM oder
hier im Forum bei mir melden.

Prost Dionysos